Pressemitteilung

Niedersächsische Seehäfen sind Zentrum der Offshore-Industrie in der Nordsee

Brake, Cuxhaven, Emden, Stade und Wilhelmshaven schon heute führend bei der Produktion und Logistik von Windenergieanlagen

In Niedersachsens Seehäfen herrschen ideale Voraussetzungen zur Entwicklung und Fertigung von Windenergieanlagen. Die Offshore-Basishäfen Cuxhaven und Emden sowie die Standorte Brake, Stade und Wilhelmshaven bieten hervorragende Strukturen für die in der Nordsee begonnene Errichtung von Offshore-Windparks.

Weiterführende Information:

Durch seine Lage am seeschifftiefen Fahrwasser der Elbmündung mit direktem und schleusenfreien Zugang zur Nordsee, ist Cuxhaven idealer Ausgangspunkt für die Windenergieunternehmen zum Aufbau der großen Offshore-Windparks in der Deutschen Bucht. Das von der Rhenus Cuxport am Standort betriebene Mehrzweckterminal eignet sich mit seinen vier Liegeplätzen und den ca. 24 Hektar schwerlastfähig befestigten Flächen hervorragend als Errichterhafen für die zukünftigen Windparks. Die schwergewichtigen und überdimensionierten Komponenten der aufzustellenden Windenergieanlagen können hier zwischengelagert, vormontiert und auf die Errichterschiffe oder Zubringerbargen verladen werden. Hierfür eignen sich besonders die beiden bis zu 350 Tonnen belastbaren RoRo-Rampen, die einen rollenden und somit kostengünstigen Umschlag der Komponenten ermöglichen. Seit Mitte 2007 verfügt Cuxport zudem über eine 1.500 Quadratmeter große Schwerlastplattform mit einer Belastungsgrenze von 90 Tonnen pro Quadratmeter. Von dort sind stehende Transporte von komplett montierten Offshore-Windenergieanlagen möglich. Der kurz vor der Planfeststellung befindliche Liegeplatz 4 wird die zur Verfügung stehende Fläche um zusätzliche 9 Hektar erweitern.

Über eine Schwerlaststraße ist das Terminal mit den benachbarten Produzenten für Windenergieanlagen verbunden. In Cuxhaven werden bereits serienmäßig Offshore-Gründungskörper durch die zur BARD-Gruppe, einem der bedeutendsten Offshore-Windenergieanlagen-Entwickler und Windparkbetreiber, gehörende Cuxhaven Steel Construction GmbH (CSC) für den Einsatz in deren Windparks hergestellt. Desweiteren fertig die AMBAU GmbH in Cuxhaven Turmteile und Großrohrsegmente, die ebenfalls zur Verwendung bei der Errichtung von Windparks in der Nordsee vorgesehen sind.

Der Offshore-Terminal an Liegeplatz 8, in den das Land Niedersachsen insgesamt 48 Millionen Euro investiert hat, wurde durch die Firma Cuxhaven Steel Construction mit einem leistungsfähigen Portalkran bestückt. Mit diesem können die rund 450 Tonnen schweren Tripiles (Gründungskörper) der CSC GmbH angehoben und verladen werden.

Die Weiterentwicklung dieser Strukturen wird stetig vorangetrieben: Der Ausbau des Hafens durch das Land Niedersachsen mit zwei zusätzlichen Liegeplätzen, die parallel zur Elbe liegen sowie einem Spezialliegeplatz für einen Katamaran mit einer sich anschließenden Terminalfläche von 9 Hektar hat in diesem Mai begonnen. Hieran anschließend plant der der STRABAG-Konzern 300 bis 500 Millionen Euro in den Offshore-Bereich zu investieren. Die STRABAG Offshore Wind GmbH wird in Cuxhaven auf einem fast 50 Hektar großen Gelände direkt am seeschifftiefen Wasser die Produktionsstätten für Schwerlastfundamente errichten, die in den zukünftigen Offshore-Windparks in der Nordsee als Gründungskörper eingesetzt werden sollen. Bereits für den Zeitraum 2012/2013 sollen von Cuxhaven aus jährlich bis zu 100 komplett an Land montierte Windkraftanlagen mit Hilfe eines Spezialschiffes zu den Windparks auf offener See gebracht und dort aufgestellt werden. Am Ende dieses Jahres soll am neuen Liegeplatz mit dem Umschlag von Material begonnen werden. 2012 will die STRABAG AG die ersten Komplettanlagen von Cuxhaven aus verschiffen.

Durch diese optimalen und speziell auf die Bedürfnisse der Windenergieindustrie abgestimmten Strukturen wird sich Cuxhaven mittelfristig zum Zentrum für die Serienproduktion von Offshore-Gründungskörpern und weiteren Offshore-Komponenten entwickeln.
Neben seinen Aktivitäten als Standort für die Produktion von Windenergieanlagen und als Errichterhafen bietet Cuxhaven darüber hinaus hervorragende Kapazitäten als Servicehafen für die Wartung und Instandhaltung von Offshore-Windenergieanlagen.
Cuxhaven entwickelt sich damit zum europaweit führenden Offshore-Hafen mit einer maßgeschneiderten, leistungsfähigen Infra- und Suprastruktur für alle Phasen der Offshore-Windenergie – von der Produktion über die Errichtung bis zur Wartung.

Über Emden werden seit Jahren die Anlagen des in Aurich ansässigen Windenergieanlagen-Herstellers Enercon in die Welt verschifft. Darüber hinaus ist Emden für die Ansprüche der Offshore-Industrie bestens gerüstet und seit geraumer Zeit sehr erfolgreich in diesem Segment tätig: Die Firma BARD, ein ambitionierter Offshore-Windenergieanlagen-Entwickler und Windparkbetreiber, hat 2005 seinen Sitz von Bremen nach Emden verlegt. Die BARD-Gruppe fertigt am Standort Emden eigenentwickelte Rotorblätter sowie GFK-Komponenten und montiert komplette Offshore-Windkraftanlagen.

Seit Mitte April dieses Jahres erstellt die BARD-Gruppe ihren Offshore-Windpark "BARD Offshore 1" rund 100 km nordwestlich von Borkum, der 80 Anlagen der Fünf-Megawattklasse umfasst. Insgesamt sollen vom Standort Emden aus zunächst 240 komplette Windkraftanlagen der Multi-MW-Klasse in der Nordsee in verschiedenen Windparks errichtet werden. Die hierfür benötigten Gründungsstrukturen werden von der zur BARD-Gruppe gehörigen Cuxhaven Steel Construction gefertigt. BARD stellt ebenfalls die eigenen Wartungsteams, die vor Ort auf hoher See auf den Wohn- und Umspannplattformen rund um die Uhr für einen störungsfreien Betrieb der Windenergieanlagen sorgen.

Die im Hafen Emden ansässigen Unternehmen Reederei AG Ems und deren Tochtergesellschaft Ostfriesische Lufttransport (OLT) bieten schon heute vielfältige Dienstleistungen für die Versorgung von Offshore-Windparks. Dazu gehören Shuttledienste per Schiff mit zwei umgerüsteten Seenotrettungskreuzern, die auch bei schwierigen Wetterverhältnissen die Versorgung der Windparks auf hoher See gewährleisten. Außerdem werden Flugzeug- und Helikopterdienste für die Offshore-Versorgung und für Vermessungsflüge sowohl von Emden als auch von anderen geeigneten Standorten in Deutschland und den Niederlanden angeboten.

Von Brake aus werden schon seit Jahren weltweit Onshore-Windenergieanlagen des Herstellers General Electric aus Salzbergen exportiert. Ein ausgeklügeltes Supply-Chain-Management sorgt zudem für die lückenlose Baustellenversorgung – vom Flügel bis zur Schraube. Mit den umfangreichen Erfahrungen im Umschlag der sensiblen Windenergie-Komponenten sowie der hervorragenden infra- und suprastrukturellen Ausstattung in Brake ist man auch für den Umschlag von Offshore-Windenergieanlegen gerüstet.

Weitere sinnvolle Ergänzungen findet das Windenergie-Cluster an der niedersächsischen Nordseeküste durch die in Lemwerder ansässige SGL Rotec GmbH & Co.KG, die sich auf die Produktion von Rotorblättern spezialisiert hat. Bei der Fassmer Werft in Berne werden GfK-Verschalungen für die Getriebehäuser hergestellt. Die Norddeutschen Seekabelwerke in Nordenham sorgen mit den dort produzierten und mit Spezialschiffen transportierten Seekabeln für eine zuverlässige Überleitung des Stroms zum Abnehmer.

Die Landkarte Niedersachsens im Kontext der Windenergie ist ebenfalls gekennzeichnet durch den Standort Stade, der durch die Unternehmen Areva und Prokon für die Produktion von bis zu 60 Meter langen Rotorblättern ausgewählt wurde.

Wilhelmshaven war bereits bei der Errichtung des ersten deutschen Offshore-Windparks "Alpha Ventus" aktiv, der 45 Kilometer nördlich von Borkum Ende April eröffnet worden ist. Vom Inneren Hafen in Wilhelmshaven aus wurden etwa die riesigen Gründungsstrukturen der Anlagen zur Baustelle transportiert. Auch die Montage der Trafoplattform für "Alpha Ventus" erfolgte im Inneren Hafen von Wilhelmshaven. Der Fokus hier liegt demzufolge auf Großstahlbau und Modulmontagen, zumal der Innere Hafen über hervorragende Standortbedingungen verfügt: Kurze Revierfahrt und maximale Tiefgänge bis 11,50 Meter sowie Tidefreiheit durch die 350 Meter lange und 57 Meter breite Doppelschleuse. An den Pieranlagen mit direkt angrenzenden rückwärtigen Flächen ist tideunabhängig RoRo-Umschlag möglich.
Im benachbarten Mariensiel befindet sich der Basisstützpunkt für Helikopterservices mit maritimen Einsatzschwerpunkt, u.a. der Versorgung von Offshore-Windparks.

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  Die Seaports of Niedersachsen GmbH repräsentiert die neun niedersächsischen Seehäfen mit zahlreichen Hafenumschlagsunternehmen, überregional aktiven Logistik-Netzwerken und Spezialisten für Hafendienstleistungen aller Art. Zusammen bilden die Hafenstandorte an Elbe, Weser, Jade und Ems eine der bedeutendsten deutschen Fracht-Drehscheiben. Als Hafenmarketinggesellschaft kommuniziert die Seaports of Niedersachsen GmbH die vielfältigen Leistungen der niedersächsischen Seehafenstandorte auf dem Weltmarkt.