Pressemitteilung

Niedersächsischer Hafentag: Stärkung der Häfen durch Ausbau und praktikable Richtlinien

Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler sieht Ausbau der Hafeninfrastruktur durch das Land als Wachstumschance – Dimitrios Theologitis stellt Schwerpunkte der EU-Hafenpolitik vor

Brake, 4. September 2009 Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Dr. Philipp Rösler verwies in seiner Festrede anlässlich des 19. Niedersächsischen Hafentags in Brake auf die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der privaten Wirtschaft. Dimitrios Theologitis, bei der EU-Kommission für die Bereiche Maritime Logistik, Hafenpolitik und Maritime Sicherheit zuständig, erläuterte die Herausforderungen, der sich die europäische Hafenpolitik zu stellen hat.

Im Beisein von mehr als 450 Gästen aus Wirtschaft, Politik, Verwaltung und Medien eröffnete Andreas Bullwinkel, Geschäftsführer der Seaports of Niedersachsen GmbH den heutigen 19. Niedersächsischen Hafentag auf dem neuen Niedersachsenkai des Hafens Brake.

Er erklärte, dass die niedersächsischen Hafenbetreiber zuversichtlich dem Ende der momentanen Marktschwäche entgegen sehen. Fortgesetzte Investitionen in Millionenhöhe durch die private Wirtschaft in die Suprastrukur der Häfen seien der Beweis dafür. Seaports of Niedersachsen unterstützt die Hafenwirtschaft aktiv in ihren akquisitorischen Bemühungen durch eine Ausweitung der internationalen Messepräsenzen in die USA sowie nach China und Tschechien, so Bullwinkel weiter. Die Umschlagsergebnisse des ersten Halbjahres 2009 in den neun niedersächsischen Seehafenstandorten Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven seien derzeit rückläufig. „Die teils überdurchschnittlich hohen Wachstumsraten des ersten Halbjahres 2008 haben die Zahlen allerdings ungünstiger erscheinen lassen, als sie es tatsächlich sind“, erklärte Bullwinkel. Die niedersächsischen Seehäfen haben mit 26,827 Millionen Tonnen ein um 16 % niedrigeres Umschlagsergebnis eingefahren als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Bürgermeister der Stadt Brake, Roland Schiefke lobte in seiner Begrüßung das klare Bekenntnis der niedersächsischen Landesregierung zum Standort Brake mit Hinblick auf den erfolgten Ausbau des Niedersachsenkais sowie die bevorstehende Erweiterung um einen zweiten Liegeplatz. Auch der Bund ziehe am gleichen Strang und investiert in Brake als Standort des Wasser- und Schifffahrtsamtes Bremerhaven 6 Millionen Euro in technisches Equipment. 


Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler (links im Bild) und Dimitrios Theologitis (Mitte), Abteilungsleiter für maritime Wirtschaft bei der EU-Kommission waren die Ehrengäste des 19. Niedersächsischen Hafentags in Brake (im Bild mit Seaports-Geschäftsführer Andreas Bullwinkel)

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler bekannte sich in seiner Festrede klar zum Ausbau der Hafeninfrastruktur und deren Verkehrsanbindungen durch das Land Niedersachsen. „Es geht darum, die besten Startchancen für die Zeit nach der Krise zu erlangen“, sagte der Minister. Bis 2012 werde das Land mehr als 300 Millionen Euro in die Erweiterung seiner Seehäfen investieren. Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, die „mit ihren Investitionen die staatlicherseits geschaffene Infrastruktur belebt und damit Wertschöpfung und neue Arbeitsplätze generiert“, wolle Rösler fortsetzen. Seinen Dank sprach der Minister an die EU für die erhaltenen Fördergelder insbesondere im Zusammenhang mit dem Bau des JadeWeserPort aus.

Im Einzelnen ging Rösler auf die großen Infrastrukturprojekte in den landeseigenen niedersächsischen Seehäfen ein: Nach erfolgter Einweihung des Niedersachsenkais wird im Hafen Brake nun ein weiterer Großschiffsliegeplatz gebaut, vorfinanziert durch ein Darlehen der Salzgitter AG.

In Cuxhaven soll im Anschluss an die neue Offshore-Basis ein weiteres Hafen- und Gewerbegebiet von etwa 80 Hektar entstehen, um weitere Unternehmen aus der zukunftsträchtigen Windenergie-Branche in Cuxhaven anzusiedeln.

In Emden wird Ende des Jahres die Sanierung der Nesserlander Schleuse begonnen. Neue Flächenkapazitäten im Wybelsumer Polder und dem Rysumer Nacken sollen mittel- bis langfristig für Hafenzwecke entwickelt werden, etwa für den Automobilumschlag wie für die Windenergieindustrie.

Im Hafen Stade ist der Ausbau des Nordwest-Kais fertig gestellt worden, um hier den Umschlag von Stückgütern auszuweiten.

Am Ausbau der Niedersachsenbrücke wird in Wilhelmshaven seit Jahresbeginn gearbeitet. Die Maßnahme erfolge im Zusammenhang mit dem Bau des JadeWeserPorts, durch die Ertüchtigung soll die Umschlagsleistung maßgeblich erhöht werden. Um künftig Schiffe der CapeSize-Klasse abfertigen zu können, wird zusätzlich die Liegewanne vertieft.

Rösler verwies außerdem auf das erst kürzlich vorgestellte Hafenkonzept Unterelbe, das sich mit der föderal unabhängigen Zusammenarbeit der Elbehäfen beschäftigt. Bei allem gesunden Wettbewerb sei eine Kooperation der norddeutschen Hafenwirtschaft notwenig.

Dimitrios Theologitis, bei der EU-Kommission verantwortlicher Abteilungsleiter für den Bereich Maritime Logistik und Hafenpolitik sowie Maritime Sicherheit ging in seiner Ansprache auf zwei unterschiedliche Meinungsströmungen innerhalb der EU bezüglich der staatlichen Beihilfen ein. So ginge die eine davon aus, dass die Finanzierung der allgemeinen Hafeninfrastruktur nicht als staatliche Beihilfe gesehen werden kann. Die zweite vorherrschende Meinung sei, dass die Finanzierung jeglicher Art von Infrastruktur in europäischen Häfen Angelegenheit privater Investoren sein sollte. Weiteres Kernthema seiner Rede waren die Umweltleitlinien, die einen Konsens zwischen Ökonomie und Ökologie herstellen sollen. Lob fand er für das gelungene gemeinsame Marketingkonzept, das in Niedersachsen umgesetzt wird.

 

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