„Die Geduld der Wirtschaftsregion ist am Ende“
Erneuter Nachprüfungsantrag sorgt bei IHK für Unverständnis
Oldenburg. „Die Geduld der Wirtschaftsregion ist am Ende.“ IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Torsten Slink findet deutliche Worte anlässlich der erneut im Raum stehenden Verzögerung des Brückenbaus in Elsfleth-Ohrt. Wie am Montag bekannt wurde, ist nun schon zum zweiten Mal ein Nachprüfungsantrag beim Bundeskartellamt gestellt worden – mit weitreichenden Folgen für den ambitionierten Zeitplan. Dieser könnte sich um ein Jahr nach hinten verschieben.
Das sorgt bei den Beteiligten der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer für Kopfschütteln. „Bei der Brücke handelt es sich um kritische Infrastruktur, die auch sicherheitspolitisch von großer Bedeutung ist“, sagt Felix Jahn, IHK-Geschäftsführer für den Bereich Verkehr. „Bei der Bedeutung der Brücke für die Region können wir nicht nachvollziehen, dass Einzelinteressen über das Allgemeinwohl gestellt werden.“ Die negativen Folgen für die Region seien erheblich und reichten weit über die Wesermarsch hinaus. So drohe der Hafen in Oldenburg noch länger für Seeschiffe nicht erreichbar zu sein. „Das ist unzumutbar.“
„Die Vergabekammer hat eine Entscheidung getroffen, die gilt es anzuerkennen“, appelliert Slink an die im Bieterverfahren unterlegenen Parteien, das übergeordnete Interesse der Region – trotz rechtlicher Möglichkeiten – zu respektieren.
Quelle: Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
Bild: Lemon 8
Der Oldenburger Hafen (Bild rechts) droht durch den Nachprüfungsantrag noch länger vom Seeverkehr abgeschnitten zu sein.