CDU-Arbeitskreis ließ sich über Zukunftsprojekt informieren
Im Rahmen des Projekts AutoLog testet die Volkswagen Konzernlogistik gemeinsam mit ihren Partnern Unikie, Telekom und BIBA (Institut für Produktion und Logistik der Universität Bremen) das automatisierte Fahren im Emder Hafen.
Das AutoLog Projekt wird durch das Bundesministerium für Verkehr gefördert und umfasst die Erprobung, wie automatisierte Fahrbewegungen helfen können, die Prozesse auf Autoterminals und Logistikflächen effizienter, sicherer und umweltfreundlicher zu gestalten sowie dem zunehmenden Mangel an Fachkräften entgegenzuwirken. Dafür wurde eigens ein Testfeld im Emder Außenhafen aufgebaut. Dort werden neue Logistikkonzepte auf Basis fahrerloser Fahrzeugbewegungen im realen Umfeld mit Hilfe einer KI-gestützten Steuerungssoftware erprobt.
„Der Unterschied zum autonomen Fahren liegt darin, dass die dafür erforderliche Technik und Sensorik nicht in die Autos eingebaut ist, sondern extern durch das Gesamtsystem aus LiDAR-Sensoren, deren Masten wie futuristische Antennen aussehen, und der Steuerungssoftware bereitgestellt wird. AutoLog setzt auf das bestehende, öffentliche 5G-Mobilfunknetz, das mit zusätzlichen Funktionen für das automatisierte Fahren optimiert wurde.“, so Autoport GmbH Geschäftsführer Manfred de Vries.
Das Testfeld auf dem Terminalgelände im Außenhafen hat eine direkte Anbindung an das Emder Volkswagen Werk und schließt mehrere Fahrwege sowie einen stark frequentierten Kreisverkehr ein. Eine der großen Herausforderungen besteht darin, zeitgleich automatisiert fahrende und manuell gesteuerte Fahrzeuge sowie Fußgänger-Bewegungen sicher zu managen.
LiDAR-Sensoren erfassen Datenpunktwolken der Umgebung und bilden so alle beweglichen und unbeweglichen Objekte wie Personen, Fahrzeuge und Gegenstände mit höchster Genauigkeit ab. Die Erfassung über die Sensoren funktioniert bei Tag und Nacht sowie auch unter schlechten Wetterbedingungen. Die Kommunikation zu den Fahrzeugen erfolgt über das öffentliche 5G Netz mit einem Höchstmaß an Sicherheit im Testfeld.
Erwartet wird nach Angaben von de Vries, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Emder Hafenförderungsgesellschaft e. V. ist, dass der Bedarf an Abstellflächen durch Lagerverdichtung um bis zu 20 Prozent reduziert und die Anzahl der auf dem Terminal gefahrenen Kilometer im etwa gleichen Maße verringert werden können. „Weniger Fahrzeugbewegungen bedeuten geringere CO2-Emissionen bzw. Energieverbräuche“, sagt de Vries.
Die Volkswagen Konzernlogistik verschifft nach Angaben von de Vries jährlich rund 2,4 Millionen Fahrzeuge über mehr als 40 Häfen weltweit. „Größter Hafen in diesem Netzwerk ist der Seehafen Emden“, erklärte Dirk Krauß als Geschäftsführer der EVAG (Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH) den Mitgliedern des Arbeitskreises „Häfen und Schifffahrt“ der CDU-Landtagsfraktion, der unter Vorsitz von MdL Hartmut Moorkamp eine Bereisung des Emder Hafens unternahm und sich über das Zukunftsprojekt an der Emsmündung informieren ließ. Moorkamp ist der Überzeugung, dass sich Innovationen dieser Art bei Autoverladungen über kurz oder lang durchsetzen werden. Dem pflichten de Vries und Krauß bei: „Wenn wir es nicht machen, dann werden es andere Häfen machen.“
Copyright: EHFG. Dirk Krauß von der EVAG Emder Verkehrs und Automotive Gesellschaft mbH (rechts) und Manfred de Vries von der Autoport Emden GmbH (Zweiter von rechts) vor einem ID.3 auf dem Testfeld im Emder Außenhafen. Die CDU-Landtagsabgeordneten Hartmut Moorkamp, Katharina Jensen und Ulf Thiele (von links) zeigten sich im Beisein von Emdens Hafenförderer Reinhard Hegewald (Zweiter von links) beeindruckt von dem Pilotvorhaben.