J. MÜLLER organisiert den ersten Direktzug mit Zellstoff nach Chongqing, China

 

Update: 28. Dezember 2020

Der erste von J. MÜLLER und DB Cargo/Eurasia organisierte Direktzug mit 1.000 Tonnen Zellstoff von Brake ist am 28.12.2020 sicher im Bahnhof Chongqing/Zentralchina eingetroffen.

Vertreter der durchführenden Unternehmen J. MÜLLER, DB Cargo/Eurasia begrüßten eine Vielzahl von Teilnehmern aus der Bahn-Logistik und Vertreter der Stadt Chongqing und Chengdu zur offiziellen Empfangszeremonie vor dem Panda-Sprinter im Zentralbahnhof Chongqing.

 

Brake, 8. Dezember 2020

Heute startet der erste Direktzug mit 1.000 Tonnen Zellstoff vom Seehafen Brake nach Chongqing, China. 
Ein weiterer, schnellerer und vor allem umweltfreundlicher Weg, um Nordeuropa mit Zentralchina zu verbinden.

Der Seehafen Brake hat sich in den letzten Jahren zu dem deutschen Forstprodukte-Hub entwickelt,
allein über 1,2 Millionen Tonnen Zellstoff werden jährlich umgeschlagen – mit steigender Tendenz. MÜLLER investierte in diesem Jahr 13,8 Millionen Euro für den Bau neuer Lagerhallen für Stückgüter mit einer Gesamtfläche von knapp 28.000 Quadratmetern.

Bereits heute verlassen mehr als 65 % der einkommenden Zellstoffmenge den Hafen per Bahn – bisher
ins Europäische Hinterland, nun aber auch nach China entlang der Seidenstraße. Die Mengen auf der Schiene sollen mit DB Cargo weiter ausgebaut werden, um den Bedürfnissen der Kunden nach Schnelligkeit und Nachhaltigkeit noch mehr gerecht zu werden.

MÜLLER setzt zukünftig weiterhin auf den Ausbau des Umschlages von Zellstoff und blickt dabei zielgerichtet auf den Wachstumsmarkt Asien und die Länder der ehemaligen UdSSR.  Mit der Bahnverbindung nach Chongqing wird eine Expressverbindung aufgebaut, die dann nicht nur Zellstoff schnell, umweltfreundlich und sicher transportiert, sondern auch weitere Produkte auf den Weg nach China und zurück bringen kann.

Chongqing, eine aufstrebende Mega-City im Südwesten Chinas mit 34 Millionen Einwohnern, hat sich in den letzten Jahren als Magnet für die Ansiedlung vielfältiger Industrie entwickelt und sich zunehmend als New Technology Standort etabliert. Der Bedarf an Rohstoffen und Waren ist enorm.

Die Stadt Chongqing befindet sich jedoch 2.000 km entfernt von Chinas Küste und deren Häfen. Die Versorgung mit Ware und Rohstoffen per Binnenschiff auf dem Yangtze Fluss, dem am stärksten befahrenen Fluss der Welt, dauert ohne Wartezeit mindestens 14 Tage.  Meist kommt es zu langen Wartezeiten an den Schleusen und kostspieligen Umladungen vom Binnenschiff auf den LKW und zurück bei Nicht-Schiffbarkeit des Flusses [Hoch- und Niedrigwasser]. Vor dem Transport per Binnenschiff ab Changshu [Nähe Shanghai], dem größten Zellstoff importierenden Hafen Chinas, hat die Ware je nach Herkunftsland bereits eine mehrere Wochen dauernde Seereise zurückgelegt. Im Vergleich: Mit der Direktzugverbindung von Brake nach Chongqing erreichen die Waren ihr Ziel in nur 14 bis 16 Tagen – sicher und umweltfreundlich.

Experten von DB Cargo und J. MÜLLER haben für diesen Neuverkehr mit dem sogenannten „Panda-Sprinter“ ein eigenes Schienenprodukt entwickelt. Für die Bereitstellung der Gleisanlagen in Brake hat der Infrastruktureigentümer Niedersachsen Ports [NPorts] gesorgt. Auf seiner Reise von mehr als 10.000 Kilometern von Brake nach Chongqing muss der Containerzug  zweimal die Spurbreite wechseln. China hat die gleiche Spurbreite wie Europa. In Weißrussland, Russland und Kasachstan wird auf Breitspur gefahren. Daher müssen die Container an der polnisch-weißrussischen sowie an der kasachisch-chinesischen Grenze auf neue Tragwagen umgeschlagen werden.

Nach der Testphase mit dem ersten Zellstoff-Zug, der Weihnachten in Chongqing erwartet wird, sind bereits weitere Züge in Planung.  DB Cargo und J. MÜLLER möchten dieses Logistik-Konzept zukünftig gemeinsam für Kunden anderer Branchen ausbauen.

 

Weitere Informationen zur J. MÜLLER Unternehmensgruppe

Die Unternehmensgruppe J. MÜLLER ist spezialisiert auf den Betrieb von Seehafenterminals und dazugehörigen Hafen- und Schifffahrtsnahen Dienstleistungen.

  • Umschlag- und Befrachtungsleistung 2019: 8,5 Millionen Tonnen Stück- und Schüttgüter
  • Jahresumsatz circa 115 Mio. Euro

Der regionale Schwerpunkt ist Norddeutschland, vor allem die Unterweserweserregion mit eigenen
Seehafenterminalbetrieben in Brake und Bremen. Das mittelständische Familienunternehmen in
6. Generation wurde 1821 in Brake gegründet und beschäftigt zurzeit 449 Mitarbeiter an den Standorten Brake und Bremen.
Das gesamte operative Geschäft der Unternehmensgruppe erfolgt durch die J.MÜLLER Weser GmbH & Co. KG.

Weitere Informationen:

www.jmueller.de
www.kaffee-jmueller.de

Beispielbild
Copyright: J. Müller AG