PRESSEMITTEILUNG

Mitgliederdialog der WHV e.V. mit Minister Tonne

Mitgliederdialog der WHV e.V. mit Minister Tonne

Diskussionsrunde mit 20 Vertretern der Hafenwirtschaft und NPorts

Wilhelmshaven, 28. September 2026

Auf Einladung der WHV e.V. besuchte der Niedersächsische Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne am 24. September 2026 Wilhelmshaven, um an dem von der WHV e.V. organisierten Mitgliederdialog im Offizierheim am Standort teilzunehmen. Der Minister stellte sich den Fragen der Hafenwirtschaft zu drängenden Themen:

Eines der größten Themen für die industrielle- und Hafenentwicklung Wilhelmshavens ist das Vorhaben der Jade Energy (TES/DGGEV) zur Entwicklung einer Anlage zum Umschlag und Produktion von Wasserstoff. In Bezug auf das seit Jahren laufende Genehmigungsverfahren hat die WHV e.V. ihrer Sorge Ausdruck verliehen, dass die vom Oberlandesgericht angemahnte Heilung des Bebauungsplans aufgrund der Erkrankung gleich mehrerer Akteure in der Stadtverwaltung und der erfolgten Oberbürgermeisterwahl in Zeitverzug geraten könne. An dieser Stelle bat die WHV e.V. den Minister, die landeseigene Gesellschaft JadeWeserPort-Marketing GmbH & Co.KG (JWP-M) aufzufordern, hier proaktiv die hierfür vorgesehenen Kohärenzflächen mitsamt einer räumlichen Zuordnung und Zeitleiste für die Umsetzung vorab an die Stadt zu melden. Mit dieser Maßnahme könne man der Stadtverwaltung Zeit verschaffen, die dringend benötigt wird, um nach der Staffelübergabe an die neue Oberbürgermeisterin, Frau Dr. Haarmann, die Möglichkeit einer schnellstmöglichen Abarbeitung der Auflagen des Oberlandesgerichts zügig anzugehen.

Der Minister zeigte sich diesem Vorschlag nicht nur sehr aufgeschlossen gegenüber, sondern informierte darüber, dass er darum in einer vorherigen Aufsichtsratssitzung bei der JWP-M gebeten habe, dass die verschiedenen Akteure nun aktiv aufeinander zugehen sollen, unabhängig davon, ob man „an der Reihe sei“ oder nicht. Es ginge nunmehr darum, schnell und vertrauensvoll miteinander die notwendigen Schritte gemeinsam vorzubereiten und umzusetzen.

Das Unternehmen Jade Energy, ebenfalls Teilnehmer der Gesprächsrunde, dankte dem Minister für diese Auskunft und klare Positionierung. Wichtig sei im Anschluss daran, dass Jade Energy von der Stadt und der JWP-M einen verbindlichen Termin erhielte, zu dem sämtliche behördlichen Vorgaben erfüllt sind, damit der Projektträger in die Lage versetzt wird, seine bisherigen, konstruktiven Gespräche mit dem Gewerbeaufsichtsamt fortzuführen, die Grundlage für eine spätere Inbetriebnahme sind.

Als weiteres Thema, das insbesondere für die Anrainer im Innenhafen von großer Bedeutung ist, war die neue Benutzungsordnung für die Seeschleuse und den Vorhafen. Auch wenn es sich hierbei um eine Angelegenheit des Bundes handelt, baten die anwesenden Vertreter der betroffenen Anrainer den Minister um Unterstützung. Ein erstes von der WHV e.V. initiiertes Gespräch zwischen den Vertretern der Marine und der Hafenwirtschaft hat als Ergebnis zunächst einen Aufschub der neuen Benutzungsordnung bis zum 31.12.2026 erreicht. Jedoch müsse man auch darüber hinaus zu einer für beide Seiten akzeptablen Lösung gelangen. Ein erster, kleiner Schritt könne z.B. sein, dass man die ehemalige 1. Einfahrt wieder ertüchtigt, um hier zumindest kleineren Einheiten eine problemlose und kostengünstige Einfahrt in den Inneren Hafen zu ermöglichen. Auch müsse man mit der Marine über die Notwendigkeit von Schlepperassistenzen für kleinere Einheiten sowie deren Lotsbegleitung erneut sprechen. Der Minister sagte zu, sich dieses Themas anzunehmen, zumal ein lebendiger Innenhafen auch für die landeseigene Gesellschaft NPorts eine wichtige Einnahmequelle ist, die es zu schützen gilt.

Als weiteres Thema wurde die Hafenaufsicht / Hafenbehörde angesprochen, deren vor Ort Repräsentanz insbesondere von den großen privaten Häfen als teils unzureichend angesehen wird. NPorts kann hier nicht helfen, da deren Hafenaufsicht ohne behördliche Zuständigkeit nicht unterstützen kann. Aus behördlicher Notwendigkeit heraus ist aktuell die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Oldenburg hierfür zuständig. Dies scheint jedoch nicht optimal organisiert zu sein, da es offenbar für die betroffenen Unternehmen schwierig ist, zeitnah notwendige Antworten und Informationen zu wichtigen Fragen der Hafensicherheit zu erhalten.

Auch an dieser Stelle zeigte sich der Minister sehr gut informiert, das Problem sei bekannt, man arbeite bereits an Verbesserungen. Er bat noch um etwas Geduld, da das Thema nicht ganz trivial sei, immerhin müsse man sich hierzu auch mit dem Innenministerium austauschen. Das Land ist sich seiner Verantwortung in diesem Punkt vollauf bewusst und wird absehbar Verbesserungen anbieten. Die WHV e.V. bat darum, hierüber ebenfalls frühzeitig informiert zu werden, um die eventuelle Neuorganisation den Mitgliedsunternehmen umgehend bekannt zu machen.

Die WHV e.V., wie auch die anwesenden Unternehmensvertreter, dankten dem Minister für seine konstruktiven Antworten und die Zeit, die er hierfür zur Verfügung gestellt hat.

Bildquelle: Falcon Crest Air