Niedersachsens Seehäfen auf stabilem Niveau im ersten Halbjahr

Hafengruppe kommt auf 24,2 Millionen Tonnen Güter im Seeverkehr – positive Entwicklungen bei den Stückgütern und im Containerumschlag

 

Oldenburg, August 2021 | Die neun niedersächsischen Seehäfen verzeichneten im ersten Halbjahr 2021 ein stabiles Umschlagsniveau mit 1 Prozent Zuwachs im Seeverkehr.  Die Hafengruppe schlug insgesamt rund 24 Millionen Tonnen Güter um. Die Auswirkungen der Corona-Krise spiegelten sich nicht im Umschlagsergebnis aller Hafenstandorte wider. Cuxhaven, Emden, Leer und Oldenburg mit deutlich positiver Entwicklung.

Innerhalb der niedersächsischen Seehafengruppe um Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven sind im ersten Halbjahr 2021 mit rund 24 Millionen Tonnen im Seeverkehr 1% mehr Güter umgeschlagen worden als im Vergleichszeitraum 2020 (+ 174.609 Tonnen).

Der Umschlag von Stückgütern belief sich dabei auf rund 3,18 Millionen Tonnen (2,85 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020), was einem Zuwachs von etwa 12% entspricht. Der Umschlag von Rund- und Schnittholz führte u. a. zu diesem positiven Ergebnis. Beim Umschlag von festen Massengütern wurde mit einem Volumen von 5,56 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 ein Rückgang verbucht (-10% / 6,17 Millionen Tonnen in 2020). Hierzu haben insbesondere geringere Mengen an Kohle beigetragen. Der Bereich der flüssigen Massengüter verzeichnete einen leichten Rückgang von 3% (11,96 Millionen Tonnen in 2021 / 12,30 Millionen Tonnen in 2020). Der Containerumschlag belief sich auf 302.734 TEU, was einem Plus von 36% gegenüber dem Vorjahr entspricht (222.397 im ersten Halbjahr 2020). Der Neufahrzeugumschlag über die niedersächsischen Seehäfen liegt mit 715.194 Fahrzeugen rund 28% über dem Niveau des Vorjahres (557.491 Neufahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

 

Nachfolgend ein detaillierterer Überblick über die Umschlagsergebnisse der einzelnen Standorte:  

Der Seehafen Brake verzeichnete im ersten Halbjahr 2021 mit 2,51 Millionen Tonnen einen Rückgang von 9% (2,76 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Zurückzuführen ist dies u. a. auf fehlende Getreideimporte.  Im Stückgutumschlag wurden mit rund 1 Millionen Tonnen 8 % weniger im ersten Halbjahr 2021 umgeschlagen (1,1 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich hingegen der Umschlag von Forstprodukten (Holz).    

Cuxhaven kommt im ersten Halbjahr 2021 auf ein Umschlagsergebnis von rund 1,18 Millionen Tonnen im Seeverkehr, was einem Plus von 23% gegenüber dem Vorjahr entspricht (0,96 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Einen Zuwachs gab es hier insbesondere beim Umschlag von Stückgütern. Mit rund 475.000 Tonnen im ersten Halbjahr 2021 wurde das Halbjahresergebnis aus 2020 um 26% übertroffen. Hierzu haben vor allem gestiegene Volumina im Holzexport beigetragen. Mit 160.458 umgeschlagenen Fahrzeugen in der ersten Jahreshälfte 2021 liegt das Volumen im Neufahrzeugumschlag rund 18% über dem Vorjahr (135.684 Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

Der Hafen Emden verzeichnete mit einem Seegüterumschlag von rund 1,94 Millionen Tonnen in der ersten Jahreshälfte einen Mengenzuwachs von 10% (1,76 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich der Stückgüterumschlag (+32%, 1,24 Millionen im ersten Halbjahr 2021 / 0,94 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Der Neufahrzeugumschlag von 554.736 Fahrzeugen liegt mit 32% im ersten Halbjahr 2021 über dem Niveau des Vergleichszeitraums (421.807 Fahrzeuge im ersten Halbjahr 2020).

Auch im ersten Halbjahr 2021 hat der Hafenstandort Leer die Auswirkungen der Corona-Pandemie nur leicht zu spüren bekommen. Im Gegenteil: Es wurden mit rund 161.000 Tonnen im kombinierten See- und Binnenverkehr rund 14% mehr Güter umgeschlagen als im Vorjahreszeitraum (140.983 Tonnen Güter im See- und Binnenverkehr kombiniert).  

Der Seehafen Nordenham registriert für das erste Halbjahr 2021 einen Umschlagsrückgang von -6% auf 0,97 Millionen Tonnen (1,04 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Deutlich positiv entwickelte sich weiterhin der Umschlag im Bereich der Stückgüter (0,91 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 0,28 Millionen Tonnen 2020), insbesondere im Holzumschlag.

Der Oldenburger Hafen verzeichnete in der ersten Jahreshälfte ein seewärtiges Umschlagsvolumen von 46.501 Tonnen (+26% / 36.782 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Im Binnenschiffsverkehr wurden 443.940 Tonnen Güter im ersten Halbjahr 2021 umgeschlagen (521.080 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Insgesamt ergibt sich daher im kombinierten See- und Binnenverkehr ein Volumen von 490.411 Tonnen, was einem Minus von rund 12% entspricht (557.862 Tonnen Gesamtumschlag im ersten Halbjahr 2020).

 Papenburg kommt im ersten Halbjahr 2021 mit 337.998 Tonnen im Seegüterverkehr auf einen Rückgang von 19% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum (415.274 Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Der binnenseitige Umschlag im Papenburger Hafen verzeichnet einen Mengenrückgang von 26% (51.512 Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 69.650 Tonnen im ersten Halbjahr 2020).

Stade registriert für das erste Halbjahr 2021 mit 3,06 Millionen Tonnen ein Minus von 9% (Vorjahr 3,36 Millionen Tonnen). Positive Entwicklungen gibt es in Stade vor allem im Umschlag von flüssigen Massengütern. In diesem Ladungssegment wurden im ersten Halbjahr knapp 1,28 Millionen Tonnen über die Kaikanten bewegt (+12% / 1,14 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020).  

Der Seehafen Wilhelmshaven erzielte mit einem Umschlagsvolumen von 14,17 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr ein Plus von 3% (13,72 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Zuwächse wurden hier bei den festen Massengütern generiert (+6%, 0,74 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2021 / 0,69 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Positiv entwickelte sich auch der Stückgüterumschlag: Im ersten Halbjahr 2021 wurden 3,37 Millionen Tonnen umgeschlagen (+30%, 2,60 Millionen Tonnen im ersten Halbjahr 2020). Am Containerterminal Wilhelmshaven wurden in der ersten Jahreshälfte 302.734 TEU (+36,1%, 222.397 im ersten Halbjahr 2020) bewegt.

 

„Die globale Corona-Pandemie beeinträchtigt nach wie vor in einigen Güterbereichen das Umschlagsergebnis. Aber mit Blick auf die insgesamt sehr positive Entwicklung im ersten Halbjahr – teils sogar über Vorkrisenniveau – erwarten wir für die zweite Jahreshälfte ein ähnlich stabiles Niveau“, so André Heim, Geschäftsführer der Hafenmarketinggesellschaft Seaports of Niedersachsen GmbH.