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Wilhelmshaven hat Standortvorteile für ein LNG-Terminal

 

„Deutschlands einziger Tiefwasserhafen und Energiedrehscheibe hat seit Jahren unbestritten große Standortvorteile für die Ansiedlung eines LNG-Terminals (Liquified Natural Gas).

Warum woanders bauen, wenn in Wilhelmshaven alle Voraussetzungen vorhanden sind“, so John H. Niemann, Präsident der Wilhelmshavener Hafenwirtschafts-Vereinigung e.V.(WHV e.V.). Er reagiert damit auf die LNG Ausbaupläne des Elbehafens Brunsbüttel.

Für ein LNG-Projekt in Wilhelmshaven ist das Planfeststellungsverfahren bereits seit Jahren abgeschlossen. Die Kapazität des Terminals ist für 10 Milliarden cbm Gas im Jahr ausgelegt. Nach der Regasifizierung an Land soll das Gas in das vorhandene Fernleitungsnetz eingespeist werden. Des weiteren stehen Kavernen für die Ein- und  Zwischenlagerung zur Verfügung.

Ein weiteres Projekt mit ähnlicher Ausrichtung wurde von einem deutschen Energieversorger in Kooperation mit dem Ölhafen geplant. Das Besondere dieses Projektes ist die Regasifizierung des LNG auf einem Gastanker an der Löschbrücke des Ölhafens. Hierfür können mit niedrigem Aufwand die  logistischen Voraussetzungen geschaffen werden, das Gas in das Fernleitungsnetz und in die Kavernen einzuspeisen.

„Auf die Machbarkeitsstudie des vorgenannten Projektes kann kurzfristig aufgesetzt werden; die Realisierbarkeit der Technik ist durch das Funktionieren eines gleichartigen nationalen Energieprojektes in Klaipeda in Litauen bewiesen“, so der Präsident der WHV e.V. „Mit geschätzten 130 Mio. Euro ist das LNG-Projekt im Wilhelmshavener Ölhafen erheblich günstiger als ein landgestütztes LNG-Terminal.“

Des Weiteren hat HES International BV (HES), neuer Eigentümer der Wilhelmshavener Raffinerie GmbH (WRG), das Know-how, ein derartiges Terminal zu bauen. Ein vergleichbares Projekt wird  bereits in England betrieben.

„Um die unschätzbaren Vorteile des Wilhelmshavener Hafens für die Ansiedlung eines LNG-Terminals festzustellen, bedarf es keines gesonderten Gutachtens. Die vorgenannten Projekte sind zeitnah umsetzbar. Die Jade lässt im Gegensatz zu anderen Hafenzufahrten weiteren Schiffsverkehr ohne Probleme zu. Über alle Anlagen können Bunkerschiffe versorgt, als auch Transporte per Bahn und TKW vorgenommen werden“, so Heiner Holzhausen, Vorstand der WHV e.V.

„CDU, CSU und SPD haben im Koalitionsvertrag beschlossen, in der Bundesrepublik die Voraussetzungen zu schaffen, bis 2050 eine Reduzierung der Treibhausgasemission um 80 bis 95 Prozent gegenüber 1990 zu erreichen. Das kann ansatzweise nur geschafft werden, wenn Treibstoffe wie LNG in größerem Stil eingesetzt werden für

-      die Schifffahrt, Bahn und LKW sowie

-      als Brenn- und Rohstoff für die Industrie und

-      Versorgung der Haushalte.

Da der Gasmarkt zu einem großen Teil international beherrscht wird, macht es Sinn, ernsthaft darüber nachzudenken, auch für Gas einen staatlichen Krisenvorrat analog der Mineralölbevorratung  anzulegen. Für Mineralöl sind EU-weit 90 Tage Bevorratung gesetzlich vorgeschrieben. Für Gas besteht noch keine derartige Bevorratungspflicht. Die Karvernen in Wilhelmshaven und Friedeburg eignen sich besonders gut für eine langzeitige Vorratsspeicherung. Ein weiterer Standortvorteil eines Gasterminals in Wilhelmshaven“, so Heiner Holzhausen.

 

WHV

Foto : John H. Niemann, Heiner Holzhausen

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